www.altbausanierung-fotografie.de
Home > Studium > Vorträge > Das Neue Tor

Das Neue Tor

am Lappenberg in Hildesheim



Inhaltsverzeichnis


1 Vorwort

2 Beschreibung der Lage

3 Geschichtliche Entwicklung

4 Das Erscheinungsbild heute

5 Literaturverzeichnis


1 Vorwort


In diesem Referat möchte ich mich mit dem „Neuen Tor“ am Lappenberg beschäftigen.
Die Gliederung des Referats wird so aufgebaut sein, dass ich zu Beginn die Lage des Tores beschreiben werde.
Darauf folgt eine geschichtliche Erläuterung des „Neuen Tor“ von der Entstehung bis Heute, in der ich die wichtigsten Veränderungen und Ereignisse die das Tor betreffen erwähne. Als Abschluss möchte ich noch beschreiben, wie sich das „Neue Tor“ heute darstellt.

2 Beschreibung der Lage


Vom Zentrum der Stadt aus folgt man der Wollenweberstraße und trifft dann genau auf die Straße Lappenberg. Den Kehrwiederturm zur linken Hand, läuft man genau auf das Tor zu. Das „Neue Tor“, als das einzige Tor mit noch teilweise erhaltenen Festungsspuren. Ursprünglich gab es in Hildesheim etwa 34 Stadttore, von denen heute nur noch drei erhalten sind. Das Pauls-Tor am Domhof, das Kehrwiedertor im Kehrwiederturm und das Neue Tor am Lappenberg welches auch zeitweise Langgewölbe , das Enge Tor oder Nadelöhr bezeichnet wird.
Im Mittelalter war der Kehrwiederwall mit dem Stadtgraben die südlich Begrenzung der Stadt und im Zuge der Errichtung der notwendigen Wehre im Stadtgraben wurde auch das Neue Tor errichtet. Das Neue Tor ist von der Stadt aus die Durchfahrt zum Weinberg.

3 Geschichtliche Entwicklung


Das „Neue Tor“ ist im Rahmen der Schaffung des Kehrwiederwalls und des Dyesgrabens, oder auch Stadtgraben, am Ende des Lappenberges etwa um 1461 entstanden. Zu der Zeit wurde das Kloster St. Godehardi in die Stadtbefestigung mit einbezogen. Dennoch blieben die Gärten des Klosters außerhalb der eigentlichen Stadtmauer. So war dieses Tor notwendig für die Mönche, die ihre Gärten und Felder bewirtschaften mussten. Das Tor war schon immer sehr schmal und deshalb wurde es auch oft als „Nadelöhr“ bezeichnet.
1514 wurde das Tor durch den Zwinger verstärkt. Zu der Zeit ist bekannt, dass durch das Tor auch eine Heerstraße führte, die in Richtung Frankfurt ging.
Ende des 16. Jahrhunderts brach ein Konflikt zwischen der Altstadt und der Neustadt aus.
Während dieses Streits wurde die Stadtmauer, die bis dahin noch Alt- und Neustadt trennte verstärkt. Die damalige Mauer führte vom Neuen Tor über den Lappenberg, parallel zur Wollweberstraße, über den neuen Wall bis hin zum Eselstiegtor.
Der Streit zwischen den beiden Stadtteilen dauerte etwa von 1572 bis 1585 und wurde dann beigelegt.
Vor Beginn des 30-jährigen Krieges (1618-1648) war Hildesheim stark befestigt.
Die Gesamtlänge des Schutzwalles und der Außenbastionen betrug über fünf Kilometer.
In dieser Kriegszeit wurden die Bereiche um das Neue Tor häufig angegriffen, da an dieser Stelle im Stadtgraben oft das Wasser fehlte. So war es für Angreifer leichte an die Stadtbefestigung heranzukommen. Ab etwa 1750 wird an dieser Stelle des Walls ein Pulvermagazin erwähnt. Vermutlich stammt daher auch der Beiname Langes Gewölbe.
Eine andere Begründung für diesen Namen wäre aber auch die Länge des Tores,
denn wie Quellen und Spuren belegen war der Ursprüngliche Durchgang einst doppelt so lang wie heute.
Tatsächlich ist heute noch ein Gewölbekeller ganz in der Nähe des Tores vorhanden, der mit dem erwähnten Pulvermagazin identisch ist.
Nach 1800 fand überall in Deutschland der Rückbau der Befestigungsanlagen statt. Mehrere Gründe machten dies Notwendig. Zum einen war die Militärtechnik soweit fortgeschritten, dass diese Bauwerke nutzlos geworden waren. Andererseits hatte man Angst den Gegnern bei Angriffen Stützpunkte zu liefern. Ein nächster und entscheidender Punkt war das rasante Bevölkerungswachstum. In den Städten entstanden zunehmend beengte Verhältnisse und Platzmangel. Üblich war es,
in den meisten Städten die Stadtmauern abzutragen, die Wälle zu planieren und die schützenden Stadtgräben zu zuschütten. Dadurch konnten die Städte vergrößert werden. Straßen wurden erweitert und neue Häuser wurden in die nun entstehenden Freiflächen gebaut. In Hildesheim und einigen anderen Städten ist das jedoch nicht ganz so. Man entschied sich in Hildesheim aus Kostengründen für ein „ökologisches Konzept“. Zwar wurden die Befestigungsanlagen zu größten Teilen abgerissen aber einige Wallteile blieben bestehen und wurden als Wander- und Erholungswege begrünt.
Am Neuen Tor werden um 1816 lediglich die Außenwerke (Bastionen) geschliffen.
Das Tor wird nur zum Teil abgebrochen und blieb daher in nur leicht veränderter Form bis heute erhalten.
1819 ist dann die neue Wallpromenade fertig gestellt.
Die Hänge des Walls sind begrünt und werden beweidet, der alte Stadtgraben wird zur Fischerei verpachtet und das Gelände vor dem Stadtgraben wird als Obstgarten verpachtet. Im Jahr 1876 beschließt der Verschönerungsverein der Stadt Hildesheim ein Rondell über dem neuen Tor zu errichten, um von dort aus verschieden Ausblicke zu genießen. Zusätzlich wurden Bänke aufgestellt, die zum Verweilen einladen sollten,
wie es auch an anderen Plätzen üblich war. 1884 wird dann noch mal die Brüstungsmauer erweitert.
In der Zeit des 2. Weltkrieges gab es im Bereich des Neuen Tores keine größeren Beeinflussungen. Es blieb unzerstört und somit bis heute erhalten.
Nach dem Krieg, im Jahr 1955, wurde der Ausbau der Straße durch den Wall am Lappenberg geplant. Nach heftigen Diskussionen und Gegenwehr der Anlieger und des Heimatvereins wurde aber das Vorhaben abgebrochen. Das hätte auch zur Folge gehabt, dass die dort gelegenen alten Fachwerkhäuser und der Kehrwiederturm sehr in Mitleidenschaft gezogen worden wären. Geplant war, einen weiteren Tunnel neben dem Bestehenden durchzubrechen, der für den Kraftfahrzeugverkehr vorgesehen war.

4 Das Erscheinungsbild heute


Geht man heute auf dass Tor zu scheint es eher unauffällig. Im Wall gut geschützt und begrünt, sticht das Tor im ersten Moment wenig hervor. Die Schmale Straße, die hindurch führt ist für den Autoverkehr gesperrt und nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad passierbar und wo einst die Klostergärten waren befindet sich heute das Klinikum.
Dennoch ist dieser Zeitzeuge ein beeindruckendes Bauwerk. Auf der Stadtseite finden sich auch noch die Aufhängungen für die Tore, zum verriegeln des Durchganges.
Dadurch dass die Straße einen kleinen Knick macht, bevor sie durch das Tor führt hat man das Gefühl, auf eine Sackgasse zuzulaufen. Erst wenn man kurz vor dem Bauwerk steht hat man die Möglichkeit hindurch zu sehen und zu entdecken was sich auf der anderen Seite des Walls befindet. Von der Anderen Seite ist die Bastion noch gut zu erkennen. Auch von hier ist der Anblick des Tores eher unscheinhaft. Nur die wuchtigen Reste des einstigen Wehrturmes lassen noch erahnen, wie diese Verteidigungsanlage einst ausgesehen hat.
Die 1819 angelegte Wallpromenade ist auch heute noch sehr gut erlebbar.
Die Brüstungsmauern auf dem Tor bilden einen kleinen Platz, der zum verweilen einlädt.
Von dort sind der Kehrwiederturm und auch die Kirche St. Godehard gut zu sehen und man hat einen schönen Einblick in die Stadt. Zur anderen Seite vom Rondell aus kann man gut das Städtische Krankenhaus sehen und die Villen des Weinberges.
In der Brüstungsmauer des Rondells befindet sich auch eine Steintafel mit der Gravur vom Verschönerungsverein aus dem Jahr 1876.

5 Literaturverzeichnis


Volkshochschule Hildesheim gGmbH (Hrsg.): Mauern-Türme-Tore – Ein Jahrtausend Hildesheimer Stadtbefestigung. Verlag Gebrüder Gerstenberg GmbH & Co. KG. Hildesheim. 2006

Mendzigall, Reinhard: Die Entwicklung der Hildesheimer Befestigungsanlagen – Als Grundlage Denkmalpflegerischer Empfehlung. Diplomarbeit. Universität Hannover. 1997

Aus der Heimat. 1969. Nr. 11.

Aus der Heimat. 1973. Nr. 2. S.12-14

Gohlke, Dieter: Hildesheims Befestigungsanlagen

Buttler, Jens: Die Befestigung Hildesheims im Mittelalter. Hausarbeit. 1992

Powered by CMSimple | Template Design by CMSimple-Styles